Der Traum vom eigenen Cafe: White Rabbit’s Room

Auf meinem Weg zum eigenen Cafe möchte ich mich von Menschen inspirieren lassen, die diesen Weg schon vor mir gegangen sind und mir ihre Geschichten dazu anhören. Was hat sie motiviert ihren Traum vom eigenen Cafe zu verwirklichen und ihre positiven wie auch negativen Erfahrungen hören und dadurch lernen und mein Konzept finden.

Beginnen möchte ich meine Gründerinnen Stories mit Christina, Besitzerin vom White & Little Rabbit’s Room in München. Dieses Cafe stand auf meiner Liste ganz oben, denn schon oft war ich an manchen Sonntagvormittagen in diesem märchenhaften Cafe und konnte so ein bisschen in die Welt von Alice im Wunderland eintauchen. Christina ist 36 Jahre und dreifache Mutter, die Gelegenheiten und Chancen nutzt, wenn sie sich im Leben ergeben und so hat sie auch zuerst das White – und zwei Jahre später das Little Rabbit’s Room in München eröffnet.

Neben zahlreichen Büchern, wo sie mit ihrem Cafe vorgestellt wurde, war sie auch Mitinhaberin der Zimtschneckenfabrik und umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie sofort zusagte, als ich sie fragte, ob sie sich mit mir treffen und mit mir ihre Erfahrungen teilen möchte.

Christina, Gründerin White Rabbit's Room
Christina, Gründerin White Rabbit’s Room

Wie bist du auf die Idee gekommen dein eigenes Cafe zu gründen?

Ursprünglich komme ich aus dem Tourneemanagement und meine zweite Tochter war gerade frisch geboren. Zu dem Zeitpunkt wusste ich, dass es mit zwei Kindern in dem Job schwierig wird, denn es hätte bedeutet das ich unterwegs bin und so kaum meine Kinder sehe. Bei meiner ersten Tochter hatte ich es noch versucht als Freelancer weiterhin im Tourneemanagement zu arbeiten, aber schnell gemerkt, dass ich es für die Familie und mich nicht möchte und es hat uns auch nicht glücklich gemacht.

Parallel habe ich mich immer schon für Design, Interior, DIY und gutes Essen interessiert.

Das muss ich jetzt machen!

Als meine Tochter dann 3 Monate alt war, ich zu dem Zeitpunkt auch keinen Freelancer Auftrag hatte, musste ich eine Lösung für mich finden. Ich bin zum damaligen Zeitpunkt immer an diesem Laden vorbeigegangen, wo das Schild hing „ZU VERMIETEN“ und irgendwann habe ich abends zu meinem damaligen Lebenspartner gesagt „…. ich muss mich mit dem Makler treffen…“ Für mich war es einfach ein innerlicher Ruf den ich hatte und ich wusste für mich „Das muss ich jetzt machen!“ Und dann ging alles sehr schnell. Makler angerufen, Vermieter kennengelernt und dann haben wir innerhalb von vier Monaten den Laden umgebaut. Ich weiß noch, wie am Tag der Eröffnung meine Tochter in der Trage vor mir geschlafen hat.

Wie hat dein Umfeld darauf reagiert, als du ihnen davon erzählt hast?

Am Anfang wollte ich das Projekt noch mit einer Freundin zusammen machen, als ich davon erzählt habe. Sie wollte sich um die grafischen Elemente kümmern. Zu dem Zeitpunkt war sie schwanger und es hat sich dann relativ schnell herausgestellt, dass sie mit mir diesen Weg nicht gehen kann. Im ersten Moment habe ich mir gedacht „Oh Gott, alleine schaffe ich das nicht“, aber das war nur ein kurzer Gedanke und im Nachhinein hat sie mir den Anschubser gegeben es EINFACH ZU MACHEN.

Der Name ist bei dir auch dein Konzept. Wie bist du darauf gekommen?

Als Kind hat mich die Geschichte von Alice im Wunderland immer stark fasziniert und so sollte auch der Bezug dazu hergestellt werden. Bei einem netten Abend mit Freunden und viel Bier haben wir uns dann auf den weißen Hasen fokussiert und so ist letztendlich der Name dazu entstanden. Das Konzept mit dem Hasen zieht sich bei uns auch durch.

Dadurch das vieles hier bei uns vom Interior selbstgemacht ist, nennen wir es intern auch Hasenbau.

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Aller Anfang ist schwer…Was war für dich die größte Herausforderung am Anfang?

Die größte Herausforderung, die ich hatte, neben den ganzen Auflagen, war am Anfang nicht zu wissen wie ich eine Ladentheke einrichte. Welche Gerätschaften muss ich neu anschaffen oder kann sie vielleicht auch erstmal gebraucht kaufen. Wie verteile ich mein Kapital, was mir zur Verfügung steht auch sinnvoll und nachhaltig einzusetzen. Was ich total unterschätzt hatte, war wie teuer Handwerker für Umbauten sind und hier habe ich auch das meiste Lehrgeld gezahlt.

Gibt es einen persönlichen Trend, den du verfolgst und so auch bei deinen Produkten, die du im Store verkaufst, miteinfließen lässt?

Ich habe mich sehr schnell am skandinavischen Stil orientiert, da ich diesen für mich sehr schön fand und habe verschiedene Messen besucht, um mich zu orientieren. Zu Anfang war der Gedanke, dass ich die Produkte, die ich auch im Cafe verwende wie z.B. Sitzhocker von Hübsch Interior oder Geschirr von Bloomingville, diese dann auch verkaufe. Hinzugekommen sind Produkte von RICE und individuelle kleine Labels. Ich merke aber auch wie sich mein eigener Stil verändert und so ändern sich dann auch die Marken, die ich im Laden zum Verkauf anbiete. Mittlerweile bekomme ich viele Anfragen von Labels, ob sie ihre eigenen Produkte bei mir verkaufen können und hier entscheide ich dann, was zu mir und meinem Stil passt.

White Rabbit’s Room

Sicherlich gibt es auch Tage oder Momente, die nicht immer rosarot sind. Was hilft dir da, trotzdem wieder die Motivation zu finden?

Zu Anfang gab es auch die Momente, wo ich viel geweint habe und es so einfach raus musste. Aber ich bin auch viel in den Austausch gegangen und habe für mich Coachings gemacht. Yoga und Klettern ist für mich ein guter Ausgleich, wenn es die Zeit zulässt

Worauf freust du dich am meisten, wenn dein Tag beginnt?

Wenn ich morgens die Frühschicht habe, noch für mich alleine rumwurschteln kann, dabei die Musik laut aufdrehe und so in den Tag starte. Ansonsten sind es die kleinen Dinge, auf die mich freue. Ich koche sehr gerne und freue mich im Service bei meinen Gästen zu sein. Wenn Personen reinkommen ins Cafe und sie gar nicht mehr sagen brauchen, was sie möchten. Weil sie einfach regelmäßig kommen und sich auch Freundschaften entwickelt haben.

Es gibt da aber auch die Momente, wenn ich z.B. nach einer Veranstaltung nachts um drei Uhr mit einem Bierchen noch ganz alleine in dem Laden bin, sich die Energie dann auf einmal verändert und ich das Gefühl habe, dass ich meinem Wohnzimmer sitze.

Was war dein größtes Learning seit der Gründung?

Das Perfektionismus nicht immer hilfreich ist. Das ich gelernt habe immer wieder auszustehen, wenn ich kurz zuvor hingefallen bin und dass man sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, wenn was mal nicht so funktioniert. Gerade zu Anfang gab es auch Zeiten, wo die Zahlen vielleicht mal nicht so gestimmt haben, dieses auszuhalten und weiterhin die Motivation oben zu halten. Das Wort Selbständig hat für mich auch nochmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Du hast zwar die Freiheit am Vormittag was Privates zu unternehmen, gleichzeitig hast du aber auch die Verantwortung im Cafe zu stehen, wenn dein Mitarbeiter 3 Wochen im Urlaub ist.

Welchen Rat kannst du mir und anderen Mädels mit auf dem Weg geben, sich den Traum vom eigenen Cafe oder Store zu erfüllen?

  1. Schau dir die Lage ganz genau an, wo du dein Cafe oder Laden eröffnen möchtest. Die Lage ist für den Erfolg wichtig ein wichtiger Bestandteil.
  2. Kaufe keine gebrauchten gastronomischen Maschinen, denn diese gehen so schnell kaputt, musst sie dann reparieren und gerade am Anfang hast du noch keine Rücklagen dafür gebildet.
  3. Priorisiere! Wenn du den Wunsch hast deinen Traum vom eigenen Cafe/ Store/ Yogastudio zu eröffnen, schau was sich ergänzt und auch gut von der Energie zusammenpasst. Zum Beispiel wenn du Yoga und das Cafe machen möchtest, lass den Store erstmal weg. Im Laufe der Zeit bekommst du Impulse von außen oder Kunden fragen danach und dann kannst du dich erweitern.

Ich war insgesamt über 2 Stunden bei Christina im Cafe und hätte mich noch ewig mit ihr austauschen können. Ein letzter Satz von ihr, der mir in Erinnerung geblieben ist und definitiv noch nachwirkt lautet:

„Wenn du dich für das Unternehmen entscheidest, bist du der Mittelpunkt deines Selbst!“

Christina & ich im Little Rabbit’s Room

Danke für dieses aufschlussreiche und ehrliche Interview liebe Christina. Ich bin schon gespannt, was als Nächstes kommt bei dir, denn ich habe dich in dieser kurzen Zeit als eine Frau kennengelernt, die mutig durch das Leben geht und sich traut Dinge einfach anzugehen, wenn sich Gelegenheiten ergeben und sich so weiterentwickelt.

Wenn du auch ein tolles Cafe oder einen Laden oder Yoga Studio kennst, die ich auch unbedingt kennenlernen und auf dem Blog vorstellen sollte, dann schreib mir gerne. Ich freue mich, wenn ich auf meiner Reise viele Inspirationen und Geschichten mitnehmen kann.

Wer Lust hat das White Rabbit’s Room oder das Little Rabbit’s Room und auch Christina in ihrem Cafe zu besuchen, hier findet ihr alle Daten:

White Rabbit’s Room

Franziskanerstraße 19

81669 München

www.white-rabbits-room.de

Little Rabbit’s Room

Wiener Platz 6

81667 München

www.little-rabbits-room.de

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